"Clean up Europe" - Projekt zur Abfallvermeidung

UmweltwocheZu viel Müll! - SchülerInnen der Gesamtschule Harsewinkel protestieren.

Abfallvermeidung ist in den vergangenen Jahren und Jahrzenten zu einem zunehmend wichtigen Thema geworden. Die Ressourcen der Erde sind begrenzt und auch in Deutschland fällt im internationalen Vergleich sehr viel Abfall an. Dass die Entsorgung dieser großen Müllberge die Umwelt belasten, war den Gesamtschülern schnell klar und sie entschieden spontan sich mit kleinen Projekten an der sechsten europäischen Woche der Abfallvermeidung, die vom 21.-29. November 2015 unter dem Motto "Let's clean up Europe" stattfand, zu beteiligen.

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Die drei beteiligten Klassen 7b, 7f und 6g beratschlagten, wie sie auf die Problematik aufmerksam machen könnten. Am besten wollten sie die gesamte Schule, getreu dem Motto 'Nur gemeinsam sind wir stark', erreichen und mit ins Boot holen. Ca. 40 GesamtschülerInnen fanden sich am 23.11. noch in der Dunkelheit, lange vor Unterrichtsbeginn, an der Schule ein, um den Auftakt in eine umweltbewusste Woche an der Gesamtschule Harsewinkel vorzubereiten. An dem Morgen war das erlaubt, was an anderen Tagen verboten ist: So viel Müll wie möglich im gesamten Eingangsbereich der Schule zu verteilen. Die ein oder anderen SchülerInnen, die an diesem Morgen das Schulgebäude durch den Haupteingang betraten, guckten zunächst verdutzt. Verschiedene Plakate mit informativen oder provokativen Aussagen ließ sie die ungewohnte Vermüllung jedoch besser einordnen: "Der richtige Umgang mit Müll: vermeiden, verwerten, recyclen, beseitigen" oder "1,2 Kilogramm: So viel Haushaltsabfall produziert ein Mensch in Deutschland pro Tag" An einem Keksstand konnten interessierte SchülerInnen Aktionskarten ziehen, mit denen sie sich zu verschiedenen Handlungen in der Umweltwoche verpflichteten wie zum Beispiel ein anderes Kind 1x auf richtige Mülltrennung hinzuweisen oder nach dem Händewaschen mit möglichst wenig Tüchern die Hände abzutrocknen. An einem anderen Tag gab die Cafeteria der Schule keine Brötchentüten aus. Die SchülerInnen waren aufgefordert an diesem Datum wiederverwendbare Dosen von zuhause mitzubringen. Im Notfall gab es das Essen auch direkt auf die Hand. Insgesamt betrachtet lief die Brötchenausgabe in großen Teilen reibungslos. Vielleicht findet nach diesem ersten Testlauf eine vollständige Umstellung statt. Dies wäre ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg des Umweltschutzes. An den folgenden Schultagen wurde noch häufiger über die Aktion gesprochen und sogar andere Schüler des Schulzentrums informierten sich über das gelaufene Projekt bei anderen Schülern und Lehrern. Die Lehrkraft Frau Robben, die das Projekt initiiert hat, freut sich: "Das Wichtigste bei dieser Aktion war für mich zum Nachdenken anzuregen. Ich glaube, dass das hier und da geklappt hat." Kurze Zeit später bemerkt bereits eine Schülerin im Klassenzimmer "Gucken Sie mal, wie viel Müll da schon wieder von uns ist!" und deutet auf den überfüllten Altpapiereimer. Zu Beginn des Schuljahres hat sich die Gesamtschule auf die Reise zum Status einer unesco-projekt-schule gemacht und sich hiermit selbst ein Leitbild für die eigene Arbeit gegeben. An ca. 9000 Schulen in 180 Ländern wird bereits nach den sechs Säulen der UNESCO-Arbeit unterrichtet: Demokratieerziehung, Globales Lernen, Interkulturelles Lernen, Umwelterziehung, Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter und Welterbeerziehung. Man kann gespannt sein, welche Projekte die Gesamtschule zukünftig im Sinne dieser Leitgedanken verfolgen wird.